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Warum wird die Auswahl im Herrenschuhregal immer dünner?

5. Mai 2017 um 16:43

Waren das noch schöne Zeiten als Eltern noch nicht penibel darauf achten mussten, ob das jetzt ein Mädchen- oder Jungenschuh ist und auch Erwachsene, wenn Sie in ihrer "richtigen" Abteilung keinen perfekt passenden Schuh gefunden haben erstmal in der "falschen" Abteilung probieren konnten, ob die Modelle dort besser passen, bevor sie in der "richtigen" Abteilung unbequeme Kompromisse eingingen. Damals gab's halt noch, zumindest bei Sommer- und Freizeitschuhen, noch wirkliche Unisex-Schuhe.
Seit etwas mehr als 10 Jahren stelle ich zunehmend fest, dass immer mehr Schuharten, die es ursprünglich für beide Geschlechter gab, nur noch für Damen produziert werden (zumindest was die günstigen bis billigen Handelsmarken und Nonames angeht). Und in der Damenabteilung werden diese Schuhe immer weiblicher und entfernen sich vom unisex. Feminine Variationen von Unisex-Schuhen gab es schon immer, aber bei den Basismodellen war kein Geschlechterunterschied erkennbar.
Wenn ein Schuhmodell erstmal in die Damenabteilung verbannt wurde, wird es nach und nach für immer mehr Männer aus folgenden Gründen untragbar:
Zunächst mal SG, je nach Anbieter gibt's bereits > SG 40 nicht mehr, dann werden die Farben, Material und sonstiges Blink-Blink immer femininer und zum Schluss kommen (höhere und schmälere) Absätze dran.
Angefangen hat das ganze mit den Flechtschuhen (Zwitter aus Halbschuh und Sandale), die eigentlich die Luftigkeit einer Sandale und Seriösität eines Halbschuhs gut vereinten, für Damen kam als Alternative die Römersandale,zeitweise waren auch Mokassins, Espandrilles und andere Stoffschuhe betroffen, hier gibt's zum Glück wieder Herrenmodelle und die einfarbigen Klassiker sind auch nie ganz verschwunden, sodass hier oft nur die SG K.o.-Kriterium war. Der größte Kahlschlag erfolgte aber wohl in der großen Familie der Clogs, Sabots und Pantoletten und in jüngster Zeit hat's jetzt Stiefel(etten) im Westernstyle erwischt. Hab ich was verpasst und die heißen jetzt Cowgirlboots
Natürlich wandelt sich Mode, Trends kommen, gehen und kehren, teils abgewandelt, wieder. Aber warum geht bei Männerschuhen so vieles für nahezu immer. Und im Bereich der Damenpantoletten scheinen sich bei Discountern im Aktionsprogramm Dauerbrenner zu halten: Modelle mit Holzsohle, die an die Berkemancollection erinnern und Zehentrenner bzw. Pantoletten mit nur einer Bandage, die den Modellen Ramses/Gizeh bzw. Madrid von Birkenstock sehr ähnlich sind. Versteh ich irgendwie nicht, will doch angeblich niemand Gesundheitsschuhe tragen
Besonders ärgerlich, die original Markenschuhe (die es für Männer ja noch gibt)  kosten oft 5 bis 10 mal soviel wie die Billigimetate. Mann tritt mit extravaganter bis gewagter Schuhmode ohnehin eher ins Fettnäpfen als Frau (Sandaletten oder Pantoletten zum Galakleid kein Faupax, aber Sandalen zum Smoking:moque. Wohl logisch, dass Mann dann keine Lust hat, viel Geld für Schuhe auszugegeben, die er vielleicht nur selten tragen kann. Frau kann dagegen erstmal mit Billiglatschen testen, und dann abwägen ob für regelmäßig häufigeres Tragen die Investition in höherwertige teure Markenschuhe lohnt, oder für nur hinundwieder die Billigversion ausreicht. 

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