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Schmuck und Männer

17. Mai 2009 um 16:59

Hallo allerseits,

aufgrund einer Diskussion anderswo, würde ich gerne hier mal ein paar Meinungen abgreifen. Wie der Titel schon ankündigt, geht es um das Thema 'Schmuck und Männer'.

Ich habe schon von verschiedenen Seiten gehört, dass z.B. Ohrringe beim Mann ein no-go darstellen würden. Eine nähere Betrachtung dieser Einstellung hat bislang keine wirklich befriedigende Antwort hervorgebracht. Im Gegenteil kam mir das Erstaunen darüber, dass Männer und Frauen sich nicht gleichermaßen schmücken. Warum eigentlich nicht?

Schmuck ist heutzutage reine Aufwertung des eigenen Erscheinungsbildes, Ergänzung des gewählten Stils, Detailelement zur Vervollständigung der eigenen Garderobe. Ein ansonsten fades Outfit kann mit Schmuck seinen letzten Schliff erhalten. Schmuck ist eine sehr vielfältige Waffe gegen Ödnis und Langeweile. Warum also gilt es als verpönt wenn ein Mann sich mit mehr als Armbanduhr, Manschettenknopf, Krawattenklammer und Ehering schmückt? Warum sollen Ohrringe ein No-go sein?Wenn man mal davon absieht, dass sich in dem Punkt nicht alle einig sind -- auf meiner Schule damals war ein Ohrring bei einem Jungen gar kein Thema, haben doch fast alle gehabt. Man kann darüber streiten, ob es einem gefällt oder nicht -- ein No-go ist doch aber ein ein wenig härteres Kaliber als 'gefällt mir nicht'.

LG
Madinside

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17. Mai 2009 um 17:04

Warum eigentlich nicht? Eine historische Betrachtung
Ein Versuch einer Antwort auf die Frage, warum sich der Vorgang des Schmückens bei Männern und Frauen ab 1800 unterschiedlich entwickelt hat.

Die dominierende Mode ist nach dem Niedergang der Aristokratie aus bürgerlichen und bäuerlichen Schichten entstanden. Der einfache Menscht lebte das Ideal der Bescheidenheit, offene Darstellung von Wohlstand galt als obszön. Zu Zeiten der Aristokratie galten auch für uns heute unvorstellbare standesabhängige Kleidervorschriften.

Und dennoch ist das nur die halbe Wahrheit, denn bei Frauen kam es zu einer Übernahme der aristokratischen Zierden in Form von Broschen, Ketten, Ringen, Ohrschmuck, obwohl das Ideal der bürgerlichen Bescheidenheit auch ihnen galt. War das Ausdruck des männlichen Wunsches, mit seinem Besitz hausieren zu gehen? Wenn einem selber übermäßiger Schmuck nicht gestattet ist, dann schmückt man eben sein unmündiges Weib, realisiert in ihr all die Wünsche nach Schönheit und Ästhetik, die man selber nicht ausleben kann. Aber eben und auch vor allem der Ausdruck vom Wohlstand des Mannes.

Heutzutage jedoch schmücken sich bereits Mädchen im Schulalter und ledige Frauen. Geschmückte Frauen haben ihre Funktion als Statussymbol des Mannes verloren, Schmuck ist ein individuelles Element des persönlichen Ausdrucks geworden. Offensichtlich hat die Emanzipation diese Entkopplung bewirkt: Es wird wenn überhaupt erst viel später geheiratet, zumeist werden nur unwesentlich ältere Ehemänner gewählt (geringes Alter = geringes Einkommen). Durch den gestiegenen Bedarf an billigem Schmuck hat der Schmuck auch als Altersabsicherung der Frau ausgedient -- niemand kann Modeschmuck zu viel Geld machen. Schmuck ist nicht mehr Gegenstand des Ausdrucks von Wohlstand.

LG
Madinside

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17. Mai 2009 um 17:37

Warum eigentlich nicht? Eine aufmerksamkeitsökonomische Betrachtung
Schmuck erzeugt Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist heutigen Männern gefährlich.

In der bürgerlich geprägten Fleißgesellschaft wurden Männer als Leistungsträger zum kompromisslosen Erfolgsstreben erzogen. Konkurrenten müssen ausgestochen werden, die eigene Verteidigung darf keine Lücken aufweisen. So darf z.B. niemals der Eindruck entstehen, man würde sich über die in der Rangfolge über einem stehenden Männer erheben wollen. Die Grenze des Schmückens wird durch die eigenen 'Vorgesetzten' bestimmt, wobei allzu auffälliger Schmuck auch abseits der persönlichen Hierarchie als Herausforderung aufgefasst werden kann.

Ein weiteres und von mir auch oft vorgebrachtes Problem dürfte sein, dass mehr Aufmerksamkeit auch mehr Kritik hervorbringt. Mittelmaß ist unauffällig -- man kriegt zwar kaum Komplimente oder positive Kritik, dafür aber auch keine Beleidigungen oder negative Kritik. Man darf durch das eigene Auftreten nur keine Leidenschaften wecken, denn diese lösen die Zungen der Kritiker. Und negative Kritik muss im Falle des Mannes, der immer Stärke und Souveränität vermitteln soll, immer auch als ein Angriff auf die eigene Verteidigung und als Aberkennung der eigenen Stärke gesehen werden.

Heutige Männer können schlecht mit Kritik umgehen, weswegen sie schlecht mit Aufmerksamkeit umgehen können. Ob es zu anderen Zeiten besser war, vermag ich nicht zu sagen. Hinzukommt, dass es berechtigte Zweifel daran gibt, ob Frauen wirklich so glücklich wären, wenn sie mit Männern um Aufmerksamkeit konkurrieren müssten. Aber solange Frauen nur untereinander um die Aufmerksamkeit der Männer kämpften, war das wohl auch nie ein Thema; erst jetzt, wo Frauen untereinander um die Aufmerksamkeit von Frauen kämpfen, wird das bisherige Konzept des Kampfes um Aufmerksamkeit fragwürdig: Männer werden unsichtbar, da sie weder an dem Verteilungskampf um Aufmerksamkeit teilnehmen noch als Publikum gebraucht werden. Aber dennoch sind Männer in ihren Rollenvorstellungen des 19. Jahrhunderts gefangen.

LG
Madinside

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17. Mai 2009 um 17:47

Warum eigentlich nicht? Eine Betrachtung der Gewohnheiten und Motivationen
Der folgende Ansatz dürfte den meisten Lesern wohl die meiste Zustimmung entlocken. Die Frage, warum Männer sich nicht gleichermaßen wie Frauen schmücken, kann man auf die Gewöhnung zurückführen, wonach sich nur Frauen schmücken. Sich zu schmücken gilt damit als 'weiblich'.

Männer wiederum sind stark damit beschäftigt, Frauen von ihrer 'Männlichkeit' zu überzeugen. Männer wollen erst einmal etwas von Frauen, nicht umgekehrt. Männer müssen Anstrengungen darin investieren, an eine Frau heranzukommen. Auf den Weg zur Frau muss möglichst alles gemieden werden, was ihre Männlichkeit infragestellen könnte.

Einfach ausgedrückt: Männer wollen Sex mit Frauen, wozu sie Eigenheiten, die gewohnterweise 'weibliche' sind, meiden müssen: Schmuck, Schönheit, Gefühlsduselei.

Ich frage mich nur, wie Frauen dieses Spiel mitmachen können. Oder ist die Aufmerksamkeitskonkurrenz doch relevant?

LG
Madinside

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27. Dezember 2012 um 15:16

Ohrringe ... finde ich No-go ...
es kommt darauf an, was für ein Schmuck getragen wird ... Es gibt eine Fülle an wunderschönem Männer-schmuck! Eine ausgefallene Uhr (z.B.: http://www.schmuckbid.de/de/UHREN/Ingersoll%20Palouse%20IN1611BK MB.html?listtype=search) , Armband, Halskette mit Anhänger oder ein massiver Ring sieht sehr schön aus. Die Ohrringe finde ich aber nicht besonders ... schön.

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20. Februar 2014 um 14:24

Alles eine Frage der Zeit
mit Schmuck ist es genauso wie mit der Mode, es ändert sich einfach im Laufe der Zeit.. mal sind Ohrringe cool, mal werden sie als prollig aufgefasst. im Moment stehen ja alle unglaublich auf Tunnels, wobei die doch im Grunde auch nur etwas größere Ohrringe sind...

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25. Februar 2014 um 17:22

Schmuck und männer wie recht ihr habt
hab da einen shop gefunden bei dem ich etwas für meine frau bestellen möchte da sie bald geburtstag hat kenn mich aber überhaupt nicht damit aus ich mag keinen schmuck und trage auch keinen alles was ich je geschenkt bekommen habe , habe ich immer noch eingepackt zuhause rum stehen oder weitergeschenkt also bitte helft mir kann ich da bestellen hat da schon jemand von euch bestellt woran erkenne ich sowas http://www.schmuckplaza.com/charms/

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