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Die modische Diskriminierung des Mannes Teil 1

29. September 2009 um 20:46

Ich habe mir nun nicht jede der Diskussionen rund um die modisch benachteiligte Männerwelt angeschaut, aber wohl die meisten.

Ich habe vorhin bei GQ mal den Mode-Battle mitgemacht (es werden immer zwei Fotos gezeigt und man solch sich entscheiden, welchen Look man besser findet). Vor lauter schwarz und grau habe ich irgendwann nichts mehr erkannt.
Die einen Klamotten waren klassisch geschnitten, die anderen hingen eher sackartig herunter und das dann kombiniert mit Hochwasser-Hosen. Naja.

Von Teerpirat und anderen wurde es ja schon mehrfach angesprochen, dass es kaum nennenswerte Trends bei den Herren gibt. Es gibt da eigentlich nur zwei Ausrichtungen:
a) man kann es im Büro anziehen und
b) man kann es nicht im Büro anziehen
Und zur Kategorie (b) zählen dann auch die neuen Trends.

Man stelle sich vor, der Bankkaufmanns-Azubi käme mit so einem trendy Anzug (frisch vom Laufsteg) zur Arbeit: schief geschnittenes Sacko, Shorts, karierte Kniestrümpfe und Springerstiefel. Na hurra! Der kann sich gleich um einen neuen Ausbildungsplatz kümmern. Aber mit so einem Outfit blitzt er sowohl bei fast jedem Laden ab, ganz egal ob Handwerk, Handel oder Industrie.

Im Gegensatz zu seiner Kollegin. Sie hat eine bedeutend größere Auswahlmöglichkeit in der Kategorie A. Das ist nicht nur der Business-Anzug. Da geht eigentlich fast alles. Man muss nur mal mit offenen Augen im Sommer in eine Bankfiliale gehen und sich anschauen, wie beide Geschlechter gekleidet sind.
Der männliche Angestellte bekommt eine Abmahnung, wenn er das Sacko ablegt; die weibliche Angestellte hingegen kann auch im Bikini und mit FlipFlops erscheinen. Das ist okay? Ist das die Gleichberechtigung?

Nun könnte man sagen: für Männer gibt es keine bürotaugliche, kurze Sommerbekleidung. Ach ja? Und für Frauen? Was ich da schon bei der Damenwelt erblicken durfte selbst bei Bankern, bei denen man ja denkt, das sei die best angezogenste Berufsgruppe habe ich schon einiges gesehen.
Klamotten, mit denen ich mich nicht auf die Straße trauen würde, und sei es nur, um den Müll rauszubringen: Geblühmte Leggins und Tops mit Spaghettiträgern leider alles in Größe 46+, dazu noch Schlappen die auch mehr Hauspantoffel als Straßenschuhe sind.
Aber weil man das so macht (und schon immer so gewesen ist), darf die übergewichtige Kollegin gerne freimütige ihre Fettpölsterchen zeigen, während sich der gut durchtrainierte Kerl in die männliche Burkha (Anzug+Krawatte) verhüllen muss. Tolle Logik.
An der Stelle braucht mir auch keiner kommen mit Frauen können so etwas tragen. Ja, mit Größe 36 und wenn man aussieht wie Heidi Klum oder Cindy Crawford, dann sieht man auch im Kartoffelsack gut aus. Aber als übergewichtige Matronin wohl weniger.

Es ist ja nicht nur im Berufsleben so. Ich habe einige Jahre mal in einem Chor gesungen. Irgendwann hieß es: Männer haben (Ober-)Hemden zu tragen. Mein Einwand, warum Frauen dann nicht auch ordentliche Blusen tragen müssten, wurde geflissentlich ignoriert. Als ich mich dann mal erdreistete, mit kurzen Hosen und kurzärmligem Polohemd zu erscheinen, wurde das Regelwerk erweitert: Männer mussten fortan lange Hosen tragen. Kein Wort über die Länge des Beinkleides der Frauen.
Das war dann auch mit ein Punkt, dem Verein den Rücken zu kehren.

Oder nehmen wir nur das Dilemma der (fehlenden) Handtasche.

Männer haben keine Handtasche. Dafür haben sie Hosentaschen.

Aber das ist ja auch nicht okay. Das Portemonnaie in der hinteren Hosentache trägt auf, das Handy macht vorne eine irritierende Beule; Taschentuch, Feuerzeug und Messer blähen die Taschen nur weiter auf. Also wie transportieren?
Die Männerhandtasche ist tot. Horst Schlämmer beweist: das ist auch gut so!

Man kann sich natürlich alle Sachen an den Gürtel klemmen: Handy, Schlüsselbund, Feuerzeug, Taschenmesser, Mini-MagLite, fehlt eigentlich nur noch die 9mm-Pistole.
Kurzum: so ein aufgerödeltes Koppel sieht auch nicht so pralle aus (es sei denn, man trägt dazu Uniform).

Alternativ: man zieht eine Weste mit vielen Taschen an und kann alles ordentlich unterbringen. Problem: die Westen gibt es leider nur in den Alternativen
- Jagd/ Militär (oliv oder tarnfarben)
- Senior (in zarten beige-Tönen, mit integriertem Blutdruckmesser)
- Kutte (Biker, Heavy-Metal, usw.)

Variante drei: eine Bauchtasche. Gibt es in vielen Variationen. Von sportlich bis bieder. Und da passt ne Menge rein. Inklusive Pfefferspray oder pistole.

Variante vier: man nehme einen Rucksack. Meist ein Tagesrucksack mit 20-30L Volumen. Da versinken Handy und Schlüsselbund in ungekannten Tiefen, ähnlich einer Handtasche. Aber wozu so einen Tornister herumschleppen, für ein paar Every-Day-Carry Artikel?

Variante fünf: man hat eine Frau dabei. Schatz, kannst Du meine Sachen nehmen?
Wird vielfach in Deutschland praktiziert (ich nehme mich da nicht aus).
Aber wohl fühle ich mich nicht dabei. Ich hab die Sachen lieber selber am Mann.

Doch bei den anderen (o.g.) Tragevarianten wird gemeckert: das darfst Du nicht, das kann man nicht anziehen, wie sieht denn das aus, so gehe ich nicht mit dir los, etc. Aber keine Alternativen aufzeigt (oder erlaubt).


Und hier sind wir beim eigentlich Problem: dem Diktat durch die Damenwelt.
(zum Problem des Männlichkeitsverlustes komme ich später)


Beispiel: Unterhosen
Aus hygienischen Gründen, aber auch damit das beste Stück des Mannes nicht willenlos in der Gegend herum baumelt, trägt der zivilisierte Mitteleuropäer oftmals Unterhosen. Darum ist auch vielen egal, wie sie aussehen. Hauptsache: passt.
Auch hier vermute ich eine Erziehungsfrage dahinter (siehe nächsten Abschnitt). Aber wenn es ihm (dem Mann) reicht, warum soll er sich aufwändig gestaltete Boxershorts kaufen?
Nun ist meine Single-Zeit lange vorbei, aber was ich manches Mal bei der Damenwelt erblicken durfte, war schlimmer als der 5er-Pack-Unterhosen mit Eingriff.
Unterhöschen mit Biene Maja, Snoopy, und anderen Fabel- und Fantasiefiguren. Und das bei 20-jährigen Mädels! Die mir erzählen wollen, dass ich mir Boxer anziehen soll, aber statt bei Beate Uhse ihre Unterwäsche lieber im Disney-Shop kaufen.

Beispiel: Muskelshirt.
Mein erstes Hemd dieser Art, hatte ich zur Schulzeit (ca. 6./7. Klasse). Da hieß es dann (von Seiten der Mädels), das könne ich nicht anziehen, denn ich hätte ja keine Muskeln.
Ein paar Jahre später, hatte ich gut definierte Muskeln, da hieß es dann wieder, das könne ich nicht anziehen, das sähe ja prollig aus. (ja, watt denn nu?)
Stellt Euch mal umgekehrt die Kritik vor: Nee, so ein Top kannst Du mit Deiner Figur nicht anziehen und das vielleicht noch bei der eigenen Partnerin. Da wäre die Hölle los!
Auch das ist ein Punkt: Frauen dürfen kritisieren, Männer nicht.
Männer sind untersetzt, fettleibig. Frauen sind nur etwas stärker gebaut.

Frauen schreiben uns vor, was wir zu tragen haben und was nicht. In manchen Fällen mag es lieb gemeint sein, in manchen Fällen ist es vielleicht sogar notwendig (manche Männer haben nie gelernt, sich ordentlich anzuziehen, da muss die Frau dann Muttiersatz spielen).
Aber diese grundsätzliche Haltung, sie hätten das Modewissen für sich gepachtet, nur weil sie jedem Trend hinterher rennen (gestern noch sagen: lila ist eine ganz scheußliche Farbe und heute sagen: ich kann mir diese Saison ohne violett gar nicht vorstellen!), ist schon ziemlich vermessen. Die meisten Modemacher SIND Männer und ein Großteil der jungen Generation hat schon ganz gute Vorstellungen davon, was stylish und anziehbar ist.
Und vielleicht würden Männer auch öfter Klamotten shoppen gehen, wenn sie nicht nur attraktiv/ abwechslungsreich sind, sondern die Frauen sich nicht auch noch mit den Verkäufern gegen einen verbünden (also solche Hosen kann mein Mann nicht anziehen, da hat der immer einen dicken Hintern wie ein Brauereipferd). Die ersten negativen Begegnungen dieser Art stammen vermutlich noch aus der Kindheit.
Schon möglich, dass uns die Frauen in den letzten Jahrzehnten zu Modemuffeln erzogen haben. Diese Abneigungen haben sich vermutlich verfestigt, dass wir selber nicht mehr den Mut aufbringen, zu experimentieren. Entweder sagt der Kumpel man, das sieht aber schwul aus oder die Frau das steht dir nicht.


Wie ich schon eingangs sagte: mir geht es nicht darum von jetzt auf gleich auf das gleiche Portfolio der Kleidungsstücke von Mann und Frau zurück greifen zu können.
Mir würde ja schon reichen, wenn ich wenigsten meine Sachen (die als Herrenbekleidung-/ Schuhe bezeichnet werden) anziehen dürfte!


Geht Euch das manchmal auch so?!


Euer Hansi


P.S.: Zu den weiblichen Accessoires komme ich später (Teil2)

Mehr lesen

29. September 2009 um 21:59

Hallo Hansi,
scheinbar ein ganz interessanter Beitrag, aber leider nur auf den ersten Blick: ja, es ist richtig, zumindest im Berufsleben muss Mann derzeit mehr Einschränkung hinnehmen als Frau, meistens zumindest (ich war heute im Jeansrock, kniefrei, mit Pumps und Strumpfhose im Büro. Eine Hose hatte ich die ganze Woche noch nicht angehabt. Übrigens, dadurch dass hier 2 Firmen unter einem Dach sind, haben wir auch sehr viel Kundenverkehr. Aber ich stimme Dir zu, dass das leider noch lange nicht überall so machbar ist). Google mal nach der Welde-Brauerei, die haben jetzt einen Dienstrock als Wahlmöglichkeit für ihre Mitarbeiter eingeführt; erst nur für die Bierkutscher, kurz darauf nach Protest der Kollegen für alle Mitarbeiter.

Fakt ist aber auch, dass für Frauen diese Möglichkeit auch in unserer westlichen Welt noch gar nicht lange so gegeben ist. So wurde zB 2001 im ach so liberalen Holland eine Lehrerin vom Schuldienst suspendiert wurde, weil sie in Hose zum Unterricht kam. Eine Bekannte von mir hat hier in Koblenz am Rhein Mitte der 90er eine Lehre als Verkäuferin absolviert und musste tagtäglich Rock tragen. In bestimmten Berufsgruppen, wenn Du schon bei den männern auf die Banker anspielst, ist das auch heute noch bei Frauen häufig üblich: In der Gastronomie und Hotellerie, bei Stewardessen, bei Messeverkäuferinnen, ... Gehst Du in andere Länder, sieht es noch schlimmer aus. So wurde kürzlich eine Frau (ich weiß jetzt leider nicht mehr wo) mit Peitschenhieben bestraft, weil sie sich in Hose auf die Straße getraut hatte!

Die Frauen haben sich diese Rechte in den letzten 50 Jahren durch unbeirrtes Handeln erkämpft und tun es immer noch. Die meisten Männer aber haben entweder gar kein Interesse, glauben sich in letzte vermeintlich männliche Bastionen zurückziehen zu können (dabei tragen Frauen längst alles was auch Männer tragen, vom Anzug über die Krawatte bis hin zur Unterhose mit Eingriff), oder aber sie sind zu feige einfach ihren Willen durchzusetzen, wie man in vielen Foren zum Thema lesen kann.

Nein Hansi, mit Deiner Argumentation kommst Du bei mir nicht durch: erst dann, wenn Du selber konsequent in Deinem Wunschoutfit zur Arbeit gehst und dann nicht nur vom Chef wieder heeschickt wirst, sondern Dich dann auch nicht juristisch durchsetzen kannst. Solange Du aber nur hier rumjammerst, und Dein Chef weiß nich nichtmal dass Du gerne so zur Arbeit kommen würdest (vielleicht würde es gar gut finden, und Du blockierst Dich nur selber weil Du es in Deinen Vorurteilen nicht glauben willst?), darfst Du nicht meckern.

Gruß
Jürgen

achso, hier arbeite ich auch im Rock: www.paarblitz.de

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29. September 2009 um 23:07
In Antwort auf hamnet_12272111

Hallo Hansi,
scheinbar ein ganz interessanter Beitrag, aber leider nur auf den ersten Blick: ja, es ist richtig, zumindest im Berufsleben muss Mann derzeit mehr Einschränkung hinnehmen als Frau, meistens zumindest (ich war heute im Jeansrock, kniefrei, mit Pumps und Strumpfhose im Büro. Eine Hose hatte ich die ganze Woche noch nicht angehabt. Übrigens, dadurch dass hier 2 Firmen unter einem Dach sind, haben wir auch sehr viel Kundenverkehr. Aber ich stimme Dir zu, dass das leider noch lange nicht überall so machbar ist). Google mal nach der Welde-Brauerei, die haben jetzt einen Dienstrock als Wahlmöglichkeit für ihre Mitarbeiter eingeführt; erst nur für die Bierkutscher, kurz darauf nach Protest der Kollegen für alle Mitarbeiter.

Fakt ist aber auch, dass für Frauen diese Möglichkeit auch in unserer westlichen Welt noch gar nicht lange so gegeben ist. So wurde zB 2001 im ach so liberalen Holland eine Lehrerin vom Schuldienst suspendiert wurde, weil sie in Hose zum Unterricht kam. Eine Bekannte von mir hat hier in Koblenz am Rhein Mitte der 90er eine Lehre als Verkäuferin absolviert und musste tagtäglich Rock tragen. In bestimmten Berufsgruppen, wenn Du schon bei den männern auf die Banker anspielst, ist das auch heute noch bei Frauen häufig üblich: In der Gastronomie und Hotellerie, bei Stewardessen, bei Messeverkäuferinnen, ... Gehst Du in andere Länder, sieht es noch schlimmer aus. So wurde kürzlich eine Frau (ich weiß jetzt leider nicht mehr wo) mit Peitschenhieben bestraft, weil sie sich in Hose auf die Straße getraut hatte!

Die Frauen haben sich diese Rechte in den letzten 50 Jahren durch unbeirrtes Handeln erkämpft und tun es immer noch. Die meisten Männer aber haben entweder gar kein Interesse, glauben sich in letzte vermeintlich männliche Bastionen zurückziehen zu können (dabei tragen Frauen längst alles was auch Männer tragen, vom Anzug über die Krawatte bis hin zur Unterhose mit Eingriff), oder aber sie sind zu feige einfach ihren Willen durchzusetzen, wie man in vielen Foren zum Thema lesen kann.

Nein Hansi, mit Deiner Argumentation kommst Du bei mir nicht durch: erst dann, wenn Du selber konsequent in Deinem Wunschoutfit zur Arbeit gehst und dann nicht nur vom Chef wieder heeschickt wirst, sondern Dich dann auch nicht juristisch durchsetzen kannst. Solange Du aber nur hier rumjammerst, und Dein Chef weiß nich nichtmal dass Du gerne so zur Arbeit kommen würdest (vielleicht würde es gar gut finden, und Du blockierst Dich nur selber weil Du es in Deinen Vorurteilen nicht glauben willst?), darfst Du nicht meckern.

Gruß
Jürgen

achso, hier arbeite ich auch im Rock: www.paarblitz.de

Hallo Jürgen
scheinbar eine ganz interessante Antwort, aber leider nur auf den ersten Blick: es ging mir hier nicht um die sexuelle Benachteiligung in Afgahnistan oder ob ich im Rock zur Arbeit gehen möchte (eher nein), sondern dass man(n) hierzulande nicht mal das tragen darf, was einem gemäß männlicher Kleiderordnung zugestanden wird.

Selbst da sind die Frauen am rumnölen und wollen es einem vermiesen. Darum geht es und nicht, wie Du Deinen Fetisch/ Deine Kleiderordnung auslebst.

Bitte back to topic. Danke!

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30. September 2009 um 9:11

Meine Antwort dazu
Respekt, dass Du Dir soviel Mühe mit dem Beitrag gegeben hast. Ich finde da sovieles wieder, womit ich Dir zustimme.
Aber ne Bankangestellte in Bikini und FlipFlops? Hab ich noch nicht gesehen, übertreibst Du da nicht zufällig?
Hab mich mal in diversen Knigeberichten umgesehen, dass auch für die Frauen in Business-berufen klare Dresscodes bestehen.
Aber recht hast Du, Der Mann muss im Anzug schwitzen, und Frauen können sich aber gemäss den Temperaturen anziehen.
Man braucht sich nur mal ne Galaveranstaltung oder anderen Festlichkeit umzusehen. Frauen sind gekleidet, als seien es 30C, die Männer dagegen, als seien es 15C. Und da in Räumen mit vielen Leuten in der Regel oberhalb 22/23C liegen, muss der Mann schwitzen. Das ist natürlich umso ärger, wenn der Stoff auch noch kratzig ist. Ich hatte mich schon immer gefragt, warum das Futter in der Hose nur am Vorderbein ist.
Für nen Anzug aus hautverträglichem Material muss man schon tief in die Tasche greifen. Und bei den Frauen? Alles fliessende hautfreundliche Stoffe.
Warum kommt niemand auf den Gedanken, dass auch Männer eine empfindliche Haut haben können?
Warum gibts Leinen-Sommerhosen auschliesslich nur für Frauen?

Oh mann ich könnt da so vieles noch aufzählen, das würde hier den Rahmen sprengen.

Aber mal eine Frage: Wie ziehst Du Dich denn so an bzw. möchtest Du gerne anziehen oder was sollte sich Deiner Ansicht nach in der Herrenmode ändern (Ich spreche hier nicht von Designermode vom Laufsteg, die eh niemand tragen kann)

Können uns auch gerne per PN darüber unterhalten

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30. September 2009 um 11:55

Den Nagel auf den Kopf getroffen
"Nur versucht die sog. Mode-Presse, uns diese Trends abzutun und schlecht zu machen, wobei sie besonders hier in D sehr erfolgreich ist. Leider."

Und genau das ist der Grund, weshalb es in Deutschland modetechnisch für die Männerwelt nicht vorangeht

grundsätzlich stimme ich Dir zu, dass sich bei der Herrenmode einiges tut - nur leider alles im Hintergrund, mann muss sich schon wirklich damit auseinandersetzen und mal hinter die Kulissen schauen, was abseits vom mainstream so geboten wird. das sind in der Regel Onlineshops bzw. ebay. Und wer genau weiss, was er will, der wird dann auch fündig.

Aber wieviele Männer machen sich die Mühe und welcher Mann kommt gar erst auf die Idee, dass es durchaus modische Kleidung für Herren gibt?
Ich musste auch erst mal mit der Nase darauf gestossen werden (zum Glück), um zu sehen, dass es noch anderes für Männer gibt als immer nur der Einheitsbrei, der sich auf Businesslook oder übertriebene Sportlichkeit beschränkt und von der Farbenwahl darauf ausgelegt ist, dass man glaubt, Männer sollten nur noch als Tarnkappengnome rumlaufen.

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30. September 2009 um 19:55

Einige verstehen es immer noch nicht...!
Es freut mich, dass binnen weniger Stunden schon die ersten Rückmeldungen zu verzeichnen sind, aber in diesem, ERSTEN Thread geht es NICHT um weibliche Bekleidung für den Mann, sondern schlicht und ergreifend darum, dass Frauen uns Männern vorschreiben wollen, welches Teil der Herrenkonfektion wir nun tragen dürfen und was nicht.

Zum Thema Metrosexualität und weibliche Bekleidung werde ich mich in einem späteren Thread äußern (da dürft Ihr dann auch all Eure Wünsche und Neigungen beschreiben).

Aber HIER geht es aber einstweilen NUR und ausschließlich um MÄNNER-BEKLEIDUNG, die uns aber auch oftmals verwehrt und madig gemacht wird.


(@TEERPIRAT: Zugegeben, die Anmerkung Bikini und FlipFlops wären für weibliche Banker okay, war natürlich übertrieben.)
Aber ich habe tatsächlich schon Leggings bei weiblichen Bankangestellten gesehen. Vielleicht am ehesten vergleichbar mit Jogginghosen aus synthetischer Ballonseide. Damit bekleidet, bekäme der männliche Kollege Hausverbot.
In meinen Augen zu Recht! und ich würde als Personalverantwortlicher auch die Kollegin mit der Leggins beiseite nehmen und ihr mal ein paar Bekleidungstips mit auf den Weg geben.
Wenn, dann sollten zumindest gleiche Bedingungen herrschen: entweder tragen ALLE (Geschlechter) Business Kleidung (entsprechend lang oder kurz) oder es können alle so zur Arbeit kommen, wie sie Lust haben.

Und es ist nun mal in vielen Firmen so auch wenn das in manchen Unternehmen (wie Paarblitz.de) anders gehandhabt wird dass man sich einem gewissen Dresscode unterziehen muss. Nur wird das leider stärker bei Männern eingefordert, als bei Frauen. Insbesondere dann, wenn Business Dress angesagt ist.
In gewisser Weise begrüße ich sogar Uniformen (z.B. Lufthansa), deren Ausführung und Trageweise klar geregelt ist.
Hingegen kann ich es bei der Bundeswehr nicht mehr nachvollziehen, dass männliche Soldaten ihre Haare auf 3mm runterkürzen müssen und außer Ehering (den am besten auch nicht) keinen Schmuck tragen dürfen.
Im Gegensatz zu den weiblichen Rekruten (wohlgemerkt: freiwillig dienend!), mit schulterlangen, bunt gefärbten Haaren und einem Dutzend Piercings am Kopf.

Wo ist da bitte die Gleichberechtigung? Wo doch alles uniformiert und gleich sein müsste?!

DAS sind so Punkte, wo wir als Männer schon ungleich behandelt werden.

Erklären kann das keiner. Und wer dagegen rebelliert, ist (in den Augen der anderen) entweder übergeschnappt oder will angeblich die Frauen unterdrücken.
Sprich: die einen nehmen es gedankenlos hin ("haben wir ja schon immer so gemacht") und die Gutmenschen sehen in diesem Auflehnen eine Provokation gegen die Errungenschaften der Gleichberechtigung.

Ja, welche Gleichberechtigung denn?
Die, die es erlaubt, dass Frauen alles dürfen und Männer nicht?

Solange wir uns davon nicht frei machen, brauchen wir über Rock & Co. für den Mann gar nicht weiter nachdenken.

Und bedenkt bitte: einige von uns nehmen sich die Freiheiten, so rumzulaufen, wie sie wollen. Das ist ja auch okay. Aber es ist eben nicht mehrheitsfähig. Und so lange der männliche Bankangestellte immer noch einen Rüffel bekommt, weil er bei 40C seine Krawatte ablegt, so lange wird sich hier wenig ändern und Modeideen der Designer auch nicht umsetzbar sein. Was wiederum erklärt, warum bei C&A, P&C und wie sie alle heißen, eben auch nur biedere Kleidung herum hängt und dort wenig Neues zu sehen ist.

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30. September 2009 um 20:42

Fachhändler verkaufen nur das, was sie auch haben.
Das Problem hat man im sogenannten "Fachhandel" öfter.
Ganz egal, ob es um Mode oder Akkuschrauber geht. Verkauft wird, was im Laden ist.
Denn ist der Kunde draußen, macht man keinen Umsatz. Nur bei Stammkunden und wenn man dazu die Möglichkeit hat (und nicht Aushilfe bei H&M), kann man noch einräumen, dass man die Artikel ggf. bestellt.

Aber meist wird eben aus dem Regal, von der Stange weg verkauft. Und ein guter Verkäufer verkauft Dir auch Sachen, wo du dich zuhause vorm Spiegel fragst, ob du betrunken warst.

Schön beobachtet/ dargestellt im Loriot-Sketch mit der Herrenboutique: zu kurze Sackos und zu lange Hosen "das trägt man jetzt so".

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30. September 2009 um 22:32
In Antwort auf hansi1973

Hallo Jürgen
scheinbar eine ganz interessante Antwort, aber leider nur auf den ersten Blick: es ging mir hier nicht um die sexuelle Benachteiligung in Afgahnistan oder ob ich im Rock zur Arbeit gehen möchte (eher nein), sondern dass man(n) hierzulande nicht mal das tragen darf, was einem gemäß männlicher Kleiderordnung zugestanden wird.

Selbst da sind die Frauen am rumnölen und wollen es einem vermiesen. Darum geht es und nicht, wie Du Deinen Fetisch/ Deine Kleiderordnung auslebst.

Bitte back to topic. Danke!

Pardon, aber da reagiere ich sauer
Ich habe einen Fetisch, ja, der hat 2 Beine und heißt Michaela!

Auch wenn Du Deine Kleidung vielleicht mit fetischistischem Hintergrund wählst, so gibt Dir das noch nicht das Recht diese Eigenart auch auf andere zu übertragen!

Ansonsten: in der Kommunikationslehre gibt es einen schönen Satz: "Wahr ist nicht, was A sagt, wahr ist, was B versteht!" Wenn Du nicht in der Lage bist, Deine Thematik so eindeutig auf den Punkt zu bringen, dass sie unmißverständlich ankommt, sondern im Gegenteil so, dass offensichtlich alle bislang Antwortenden das anders verstanden haben, dann ist das Dein Problem.

Ein Forum dient der freien und damit (relativ) ungesteuerten Meinungsäußerung. Da ist es absolut üblich, dass früher oder später vom Thema abgewichen wird. Wieviel früher oder später, siehe letzter Absatz Wie weit, entscheidet der Forumsbetreiber.

So, nun aber wirklich zum Thema:

Dass es Dir nicht passt, wenn ich Gegenbeispiele aufzeige wo auch Frauen begrenzt werden, kann ich mir vorstellen - das ändert aber nichts an der Tatsache! Es gibt diese Fälle, ja leider, aber es gibt sie in beiden Richtungen. Mir passen sie auch nicht, aber ich habe bislang weder eine repräsentative Erhebung gemacht noch irgendwo eine gefunden, um beurteilen zu können ob Männer mehr benachteiligt werden als Frauen. Deswegen traue ich mich auch nicht zu einem Ergebnis, höchstens zu einem persönlichen Eindruck. Alles andere ist Niveau einer großen Tageszeitung.

Speziell die Benachteiligung der Männer zu beurteilen wird schwierig. Zu erkennen dass ein Mann benachteiligt wird setzt voraus dass er dies als Benachteiligung empfindet. Solange aber Männer nur im Promillebereich und dann noch nur zaghaft äußern, dass sie sich benachteiligt fühlen, dass sie sich in dem Fall gerne anders kleiden würden, und der große Rest ohne Murren schluckt was ihm Ehefrau, Chef und andere gerne vorschreiben, solange wirst Du da keinen hinter dem Ofen hervorlocken können. Erst einmal musst Du es schaffen das Interesse der Männer an der Nutzung ihrer Möglichkeiten zu wecken, ihnen klar zu machen dass sie nicht länger ferngesteuerte Schaafe hinter einem Leithammel sind, sondern selbstgesteuert ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Ob mir ein Essen schmeckt, kann ich erst beurteilen wenn ich davon gekostet habe; ob mir ein Kleidungsstück gefällt, kann ich erst beurteilen wenn ich es getragen habe.

Übrigens: gemäß männlicher Kleiderordnung ist der Rock ein durchaus übliches Kleidungsstück (siehe Art. 3 Abs. 2 GG und auch siehe AGG). Für jede andere Behauptung erbitte ich entsprechende Beweise.

Gruß
Jürgen

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31. Oktober 2009 um 22:54
In Antwort auf teerpirat

Meine Antwort dazu
Respekt, dass Du Dir soviel Mühe mit dem Beitrag gegeben hast. Ich finde da sovieles wieder, womit ich Dir zustimme.
Aber ne Bankangestellte in Bikini und FlipFlops? Hab ich noch nicht gesehen, übertreibst Du da nicht zufällig?
Hab mich mal in diversen Knigeberichten umgesehen, dass auch für die Frauen in Business-berufen klare Dresscodes bestehen.
Aber recht hast Du, Der Mann muss im Anzug schwitzen, und Frauen können sich aber gemäss den Temperaturen anziehen.
Man braucht sich nur mal ne Galaveranstaltung oder anderen Festlichkeit umzusehen. Frauen sind gekleidet, als seien es 30C, die Männer dagegen, als seien es 15C. Und da in Räumen mit vielen Leuten in der Regel oberhalb 22/23C liegen, muss der Mann schwitzen. Das ist natürlich umso ärger, wenn der Stoff auch noch kratzig ist. Ich hatte mich schon immer gefragt, warum das Futter in der Hose nur am Vorderbein ist.
Für nen Anzug aus hautverträglichem Material muss man schon tief in die Tasche greifen. Und bei den Frauen? Alles fliessende hautfreundliche Stoffe.
Warum kommt niemand auf den Gedanken, dass auch Männer eine empfindliche Haut haben können?
Warum gibts Leinen-Sommerhosen auschliesslich nur für Frauen?

Oh mann ich könnt da so vieles noch aufzählen, das würde hier den Rahmen sprengen.

Aber mal eine Frage: Wie ziehst Du Dich denn so an bzw. möchtest Du gerne anziehen oder was sollte sich Deiner Ansicht nach in der Herrenmode ändern (Ich spreche hier nicht von Designermode vom Laufsteg, die eh niemand tragen kann)

Können uns auch gerne per PN darüber unterhalten

Hi
Auch wenn sich über den Schnitt und die Verarbeitung des Stoffes streiten lässt stimme ich Dir wirklich zu, dass die meisten Herrenanzüge aus zu dickem und zu schweren Stoff gemacht sind und an den unmöglichsten Stellen gefuttert sind.
Möchte man also auch im Sommer Anzüge tragen ist man in durchschnittlichen Anzügen immer gezwungen zu schwitzen, wenn man schnell gelaufen ist und dann aufgrund des fehlenden "Fahrtwindes" zu schwitzen beginnt.
Da wundert es mich wirklich nicht wenn sich viele Männer im Anzug nicht wohl fühlen.

Daher bin ich momentan gezwungen nur sehr billige Anzüge aus 99% Polyester zu tragen wenn ich es mich denn traue. (Denn ich habe aufgrund meines Studiums aus gesellschaftlicher Sicht keinen Grund dazu einen Anzug zu tragen.) Diese Anzüge aus 99% Polyester sind zwar sehr luftdurchlässig, sehen aber vom Stoff nicht so edel aus und sind vom Tragegefühl nicht so ansprechend wie Baumwolle & Co.
Wäre also auch schön wenn es künftig Herren-Anzüge aus wirklich luftigen Stoffen gäbe, die dennoch an ihrer Form nicht einbüßen müssten.

lG.

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31. Oktober 2009 um 23:11
In Antwort auf elov_12565971

Hi
Auch wenn sich über den Schnitt und die Verarbeitung des Stoffes streiten lässt stimme ich Dir wirklich zu, dass die meisten Herrenanzüge aus zu dickem und zu schweren Stoff gemacht sind und an den unmöglichsten Stellen gefuttert sind.
Möchte man also auch im Sommer Anzüge tragen ist man in durchschnittlichen Anzügen immer gezwungen zu schwitzen, wenn man schnell gelaufen ist und dann aufgrund des fehlenden "Fahrtwindes" zu schwitzen beginnt.
Da wundert es mich wirklich nicht wenn sich viele Männer im Anzug nicht wohl fühlen.

Daher bin ich momentan gezwungen nur sehr billige Anzüge aus 99% Polyester zu tragen wenn ich es mich denn traue. (Denn ich habe aufgrund meines Studiums aus gesellschaftlicher Sicht keinen Grund dazu einen Anzug zu tragen.) Diese Anzüge aus 99% Polyester sind zwar sehr luftdurchlässig, sehen aber vom Stoff nicht so edel aus und sind vom Tragegefühl nicht so ansprechend wie Baumwolle & Co.
Wäre also auch schön wenn es künftig Herren-Anzüge aus wirklich luftigen Stoffen gäbe, die dennoch an ihrer Form nicht einbüßen müssten.

lG.

msg
Ob ein Sakko mit weniger oder gar ohne Futter immer noch so aussieht wie ein Sakko weiß ich allerdings nicht. Bei den Anzughosen ergibt sich das Wärmeproblem so gut wie nicht wenn man(n) seine Beine nicht überschlägt, was ja ohnehin schlecht für die Durchblutung ist. Ich bin gespannt ob es atmungsaktivere Sakkos geben wird, die dennoch aussehen wie klassische Sakkos.

lG.

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2. November 2009 um 19:38

Hauptproblem: Mann bekommt vor Ort nicht, was auf dem Laufsteg gezeigt wird
Das ist m.M.nach das Hauptübel
Für Damen gibt es in jedem Discounter die billigen Nachbildungen, bei Schuhen mit dem Nebeneffekt, dass das Billigzeug nix taugt und sie auf die Schnauze fliegen
Aber als Mann findet man den letzten Schrei höchstens in den Modemetropolen
Hätte Mann größeren Zugriff auf Modehighhighlights, auch zu günstigeren Nachahmern, würde sich dieses Ungleichgewicht deutlich ausgleichen
Bestes Beispiel sind hier wohl Sommerschuhe: Mann kriegt wenn überhaupt nur die teuren Originale und ist sich noch nicht mal sicher, ob das im Job akzeppiert wird, Frau kann hier mit Immetaten, die maximal ein Drittel kosten, eher experimentieren
Gruß Schuhtist

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3. November 2009 um 18:16
In Antwort auf schuhtist

Hauptproblem: Mann bekommt vor Ort nicht, was auf dem Laufsteg gezeigt wird
Das ist m.M.nach das Hauptübel
Für Damen gibt es in jedem Discounter die billigen Nachbildungen, bei Schuhen mit dem Nebeneffekt, dass das Billigzeug nix taugt und sie auf die Schnauze fliegen
Aber als Mann findet man den letzten Schrei höchstens in den Modemetropolen
Hätte Mann größeren Zugriff auf Modehighhighlights, auch zu günstigeren Nachahmern, würde sich dieses Ungleichgewicht deutlich ausgleichen
Bestes Beispiel sind hier wohl Sommerschuhe: Mann kriegt wenn überhaupt nur die teuren Originale und ist sich noch nicht mal sicher, ob das im Job akzeppiert wird, Frau kann hier mit Immetaten, die maximal ein Drittel kosten, eher experimentieren
Gruß Schuhtist

Ich glaube
bei Herrenschuhen scheint allgemein das Problem am grössten zu sein, wenn es darum geht, was Gescheites zu finden, was einem auch wirklich gefällt und nicht nur zwangsweise tragen muss, nur weil es nichts anderes.

Lösung: Man läuft barfuss oder guckt sich mal in der Damenabteilung um und lotet aus, was noch als unisex durchgehen kann

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3. Januar 2010 um 13:00
In Antwort auf hamnet_12272111

Pardon, aber da reagiere ich sauer
Ich habe einen Fetisch, ja, der hat 2 Beine und heißt Michaela!

Auch wenn Du Deine Kleidung vielleicht mit fetischistischem Hintergrund wählst, so gibt Dir das noch nicht das Recht diese Eigenart auch auf andere zu übertragen!

Ansonsten: in der Kommunikationslehre gibt es einen schönen Satz: "Wahr ist nicht, was A sagt, wahr ist, was B versteht!" Wenn Du nicht in der Lage bist, Deine Thematik so eindeutig auf den Punkt zu bringen, dass sie unmißverständlich ankommt, sondern im Gegenteil so, dass offensichtlich alle bislang Antwortenden das anders verstanden haben, dann ist das Dein Problem.

Ein Forum dient der freien und damit (relativ) ungesteuerten Meinungsäußerung. Da ist es absolut üblich, dass früher oder später vom Thema abgewichen wird. Wieviel früher oder später, siehe letzter Absatz Wie weit, entscheidet der Forumsbetreiber.

So, nun aber wirklich zum Thema:

Dass es Dir nicht passt, wenn ich Gegenbeispiele aufzeige wo auch Frauen begrenzt werden, kann ich mir vorstellen - das ändert aber nichts an der Tatsache! Es gibt diese Fälle, ja leider, aber es gibt sie in beiden Richtungen. Mir passen sie auch nicht, aber ich habe bislang weder eine repräsentative Erhebung gemacht noch irgendwo eine gefunden, um beurteilen zu können ob Männer mehr benachteiligt werden als Frauen. Deswegen traue ich mich auch nicht zu einem Ergebnis, höchstens zu einem persönlichen Eindruck. Alles andere ist Niveau einer großen Tageszeitung.

Speziell die Benachteiligung der Männer zu beurteilen wird schwierig. Zu erkennen dass ein Mann benachteiligt wird setzt voraus dass er dies als Benachteiligung empfindet. Solange aber Männer nur im Promillebereich und dann noch nur zaghaft äußern, dass sie sich benachteiligt fühlen, dass sie sich in dem Fall gerne anders kleiden würden, und der große Rest ohne Murren schluckt was ihm Ehefrau, Chef und andere gerne vorschreiben, solange wirst Du da keinen hinter dem Ofen hervorlocken können. Erst einmal musst Du es schaffen das Interesse der Männer an der Nutzung ihrer Möglichkeiten zu wecken, ihnen klar zu machen dass sie nicht länger ferngesteuerte Schaafe hinter einem Leithammel sind, sondern selbstgesteuert ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Ob mir ein Essen schmeckt, kann ich erst beurteilen wenn ich davon gekostet habe; ob mir ein Kleidungsstück gefällt, kann ich erst beurteilen wenn ich es getragen habe.

Übrigens: gemäß männlicher Kleiderordnung ist der Rock ein durchaus übliches Kleidungsstück (siehe Art. 3 Abs. 2 GG und auch siehe AGG). Für jede andere Behauptung erbitte ich entsprechende Beweise.

Gruß
Jürgen

Alltagsrealität des Mannes
... na ja, aber in Bezug auf sein eigentliches Anliegen hat hansi1973 doch wohl recht.

Es gibt schon so eine Art Kleiderordnung am Arrbeitsplatz, die für Männer ziemlich rigide (orientiert am Geschmack des 19. Jahrhunderts) und für Frauen ziemlich leger ausfällt, im Sommer allemal. Den Frauen wird da mittlerweile fast alles nachgesehen, während Männer - sofern nicht ohnehin zum Anzug- oder Blaumanntragen verdonnert - nur die Auswahl zwischen Hemd, Pullover, evtl. T-/Polo-Shirt in den üblichen Männerfarben und den üblichen Hosen bleibt. Über Schuhe will ich gar nicht reden, weil das Angebot heute noch begrenzter ist als vor 20 Jahren ...

Und in der Freizeit: auch da gibt es allerlei Anlässe, wo Mann im Jacket (mit oder ohne Krawatte) - vor allem nach Wunsch der Frauen - zu erscheinen hat, keinesfalls etwa Bermudas, 3/4-Hosen etc. tragen darf (auch nicht bei 35 Grad i.S.), während Frau das ganze Programm ausschöpft, wie es eben gerade gefällt.

Oder worüber sich der aktuelle Bundespräsident vor ein paar Jahren mal ausgelassen hat. Seine Gemahlin ließ ihn nur nach seiner heftigsten Gegenwehr ohne Krawatte in die Kirche gehen, weil sich das doch für einen Mann in seiner Stellung gezieme ...

So etwa sieht die Alltagsrealität des Mannes aus (wie gesagt, nur bezogen auf die ganz übliche Männergarderobe).
Grüße Joky12

PS: und zu Deinem Einwand, Du könntest an Deinem Arbeitsplatz ohne Probleme mit Rock und Stöckelschuhen erscheinen. Verwechsle mal nicht Deine Arbeitswelt in einem Internet-Startup-Unternehmen mit derjenigen in langjährig bestehenden Unternehmen, wie sie Millionen männlicher Arbeitnehmer tagtäglich erleben. Da sind rechtliche Beschränkungen oder organisatorische Behinderungen durch den Chef sicher nicht das größte Problem, sondern das alltägliche Mobbing gegenüber allen, die nicht genauso uniform daherkommen wie praktisch die ganze Herde, oder auch nur im Verdacht stehen, anders zu sein (z.B. weil sie Fussball nicht mögen, weil sie nicht im trauten Einfamilienheim leben etc. ).

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22. März 2010 um 14:47

Die modische Diskriminierung des Mannes Teil 1 - zum Glück nicht bei meinem Mann!
Hallo Hansi,
ich finde Deine Texte wirklich toll geschrieben, und treffen absolut ins Schwarze!
Zum Glück wehrt sich mein Mann wehement gegen diese Diskrimierung in der Männermode. Ich persönlich finde dies auch ganz bewundernswert und unterstütze ihn dabei, wo es nur geht. Es hat ja auch für mich Vorteile. Hab ich mal nichts passendes im Schrank, so schau ich halt in seinem Abteil und anders herum. Auch erotisch absolut toll für mich...ich kann ihm endlich auch mal unter den Rock. Aber nun mal noch zurück zum Ernst. Vielleicht sollte man versuchen, den Einzelhandel per Gesetz irgendwie dazu verdonnern, auch Röcke, Kleider, Pumps und Absatzschuhe in den Herrenabteilungen zu etablieren. Dem Handel wird ja schließlich auch auferlegt, keinen Alkohol oder Taback an Minderjährige abzugeben. Also sollte man hier versuchen im Rahmen des Gleichheitsgesetzes, das ja im Grundgesetz verankert ist, auf den Einzelhandel einzuwirken. Vielleicht würde sich ja hier mal ein Anwalt finden, der mit der Materie mit Sicherheit besser im Bilde ist, als ein Laie.

LG Katze

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29. März 2010 um 0:49
In Antwort auf thordis_11906263

Die modische Diskriminierung des Mannes Teil 1 - zum Glück nicht bei meinem Mann!
Hallo Hansi,
ich finde Deine Texte wirklich toll geschrieben, und treffen absolut ins Schwarze!
Zum Glück wehrt sich mein Mann wehement gegen diese Diskrimierung in der Männermode. Ich persönlich finde dies auch ganz bewundernswert und unterstütze ihn dabei, wo es nur geht. Es hat ja auch für mich Vorteile. Hab ich mal nichts passendes im Schrank, so schau ich halt in seinem Abteil und anders herum. Auch erotisch absolut toll für mich...ich kann ihm endlich auch mal unter den Rock. Aber nun mal noch zurück zum Ernst. Vielleicht sollte man versuchen, den Einzelhandel per Gesetz irgendwie dazu verdonnern, auch Röcke, Kleider, Pumps und Absatzschuhe in den Herrenabteilungen zu etablieren. Dem Handel wird ja schließlich auch auferlegt, keinen Alkohol oder Taback an Minderjährige abzugeben. Also sollte man hier versuchen im Rahmen des Gleichheitsgesetzes, das ja im Grundgesetz verankert ist, auf den Einzelhandel einzuwirken. Vielleicht würde sich ja hier mal ein Anwalt finden, der mit der Materie mit Sicherheit besser im Bilde ist, als ein Laie.

LG Katze

Hi
Hallo Katze2966,

ohne Ihnen nahe treten zu wollen habe ich bei diesem Beitrag von Ihnen keine Probleme damit, von einer völlig falsch verstandenen Emanzipation zu sprechen.

Wenn Sie aus "dem Mann" natürlich einen "Hampel-Mann" machen wollen der sich letztendlich ferngesteuert in ein feministisches Weltbild unterordnet, dann sind Sie mit diesem Männerbild natürlich auf dem richtigen Weg.

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern bis die feministisch geprägte Soziologie in der Erziehung der Jungen und Knaben in der breiten Bevölkerungsschicht angekommen ist.
Bis wir also Männer sehen werden die ganz selbstverständlich Nippelhalter, Röckchen und Pumps tragen wird es noch mindestens ein bis zwei Generationen dauern.



In Sachen Emanzipation wäre es momentan also viel interessanter die körperlichen Anforderungen zwischen Mann und Frau bei Sport und Bundeswehr gleichzustellen.
Ebenso wäre es interessant, ob man nicht auch Frauen zur Wehrpflicht verpflichten sollte oder wer wen nach der Scheidung mit Kindern finanziell zu unterstützen hat...

Zudem sollte man(n) bzw. Frau die Frauenparkplätze abschaffen... das wäre wirklich von Gewicht anstatt sich an Äußerlichkeiten festzuhalten...

... schonmal über ein gesetzlich verpflichtendes Verhältnis von 50 zu 50 % von Mann und Frau an allen Arbeitsplätzen nachgedacht?
Das wäre tatsächlich konsequent im Sinne von "Gleich"-Berechtigung.


mfG.:

Quark

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29. März 2010 um 17:49
In Antwort auf elov_12565971

Hi
Hallo Katze2966,

ohne Ihnen nahe treten zu wollen habe ich bei diesem Beitrag von Ihnen keine Probleme damit, von einer völlig falsch verstandenen Emanzipation zu sprechen.

Wenn Sie aus "dem Mann" natürlich einen "Hampel-Mann" machen wollen der sich letztendlich ferngesteuert in ein feministisches Weltbild unterordnet, dann sind Sie mit diesem Männerbild natürlich auf dem richtigen Weg.

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern bis die feministisch geprägte Soziologie in der Erziehung der Jungen und Knaben in der breiten Bevölkerungsschicht angekommen ist.
Bis wir also Männer sehen werden die ganz selbstverständlich Nippelhalter, Röckchen und Pumps tragen wird es noch mindestens ein bis zwei Generationen dauern.



In Sachen Emanzipation wäre es momentan also viel interessanter die körperlichen Anforderungen zwischen Mann und Frau bei Sport und Bundeswehr gleichzustellen.
Ebenso wäre es interessant, ob man nicht auch Frauen zur Wehrpflicht verpflichten sollte oder wer wen nach der Scheidung mit Kindern finanziell zu unterstützen hat...

Zudem sollte man(n) bzw. Frau die Frauenparkplätze abschaffen... das wäre wirklich von Gewicht anstatt sich an Äußerlichkeiten festzuhalten...

... schonmal über ein gesetzlich verpflichtendes Verhältnis von 50 zu 50 % von Mann und Frau an allen Arbeitsplätzen nachgedacht?
Das wäre tatsächlich konsequent im Sinne von "Gleich"-Berechtigung.


mfG.:

Quark

"völlig falsch verstandenen Emanzipation ..."
ENDLICH ! Endlich klärt uns jemand über die furchtbaren Ergebnisse einer völlig falsch verstandenen Emanzipation auf. Das wurde aber auch Zeit !!!

ENDLICH kann es wieder gesagt werden, wie die Parole richtigerweise zu lauten hat, nämlich KEHRT ! MARSCH ! zurück in die "gute alte Zeit", also:

Frauen zurück hinter den Kochtopf !

Männer zurück in die Schützengräben !

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