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"Alle haben sich nach dir umgedreht"

7. Juni 2012 um 10:07

Gestern ist mir in der Arbeit etwas passiert, was mich ziemlich verunsichert hat. Vielleicht können mir eure Meinungen und Sichtweisen helfen.

Ich war wie üblich mit meinen Arbeitskollegen in der Mensa zu Mittag essen. Als wir fertig waren, auf dem Weg zum Parkplatz sagte der eine zu mir: Darf ich dich was fragen? Ich will dir nicht zu nahe treten, aber hast du heute nach der Arbeit was vor? Deine Kleidung als du vorhin durch die Mensa gegangen bist, haben sich alle nach dir umgedreht. Und zwar nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen.

Ich wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Das Gesagte klang leider nicht wie ein Kompliment. Ich fasste es eher negativ auf. Jetzt frage ich mich die ganze Zeit, was mir dieser Kollege damit sagen wollte? Wollte er mich dezent darauf hinweisen, dass meine Kleidung fürs Büro unangemessen ist?

Ich trug einen engen Minirock, Farbe helllila kariert, kurz, aber nicht extrem kurz und auch nicht durchsichtig o. ä., dazu einen helllila Pullover, aus dem zum Teil meine Schulter herausschauten, aber mit keinem großen Ausschnitt, im Gegenteil, vorn ziemlich geschlossen, eine im Licht glänzende, hautfarbene Strumpfhose (ohne Muster oder Figuren darauf) und elegante schwarze Pumps. Die Figur für den Outfit habe ich.

War das jetzt wirklich zu gewagt? Sollte eine Frau im Büro keine kurze Röcke tragen? Ist es nur dann gerechtfertigt, sich figurbetont und weiblich zu kleiden, wenn man nach Dienstschluss etwas vorhat? Dazu muss ich sagen, dass bei uns im Büro lockere, freundliche Atmosphäre herrscht, jeder zieht an, was er will, es gibt keine Kleidervorschriften und wir haben so gut wie keinen Kundenverkehr. Ach ja, und ich arbeite in einer Männerdomäne.

Der Kollege, der das Kommentar machte, ist 12 Jähre jünger als ich und ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht auf mich steht. Wollte er mir vielleicht sagen, dass ich trotz guter Figur mit 38 bereits zu alt für solche Outfits bin? In der Mensa waren natürlich überwiegend Studenten, die auch deutlich jünger als ich sind.

Wie hättet ihr reagiert? Wie schätzt ihr dir Situation ein?

Ich habe mich auch gefragt, wenn alle sich angeblich nach mir umdrehen, warum will mich keiner kennen lernen? Ich habe nämlich seit langem keinen Erfolg bei den Männern.

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8. Juni 2012 um 0:38

Anmache!
Also so wie sich das liest, denke ich, das könnte ein misslungenes Kompliment gewesen sein. Der wollte ich bestimmt anmachen

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13. Juni 2012 um 18:39

Boa
die sind neidisch. und helllila kariert ist super, scheißegal wie alt du bist. wenn du das tragen kannst, trag es. ändern solltest du erst was, wenn dein chef dir offiziell sagt, das du nicht angemessen gekleidet bist.

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14. Juni 2012 um 12:19

Wo arbeitest Du bitte?
Soll das ein Witz sein oder ist dein Post hier ernst gemeint?

Generelle Büro-Knigge:
-Röcke müssen mindestens Knielang sein
-Strumpfhosen sind eine Pflicht und müssen blickdicht sein, nicht glänzend!
-Schuhe müssen geschlossen sein, Absätze sind ok aber nicht zu hoch
-Farben müssen der Branche und Position angepasst sein. Generell gilt weniger ist mehr. Ein grauer Rock und eine lila Bluse sind ok, komplett in lila ist unangemessen.
-Schulterfrei geht überhaupt nicht, auch keine Tops mit schmalen Trägern. Mit dem Ausschnitt nicht übertreiben, herausblitzende BH-Träger sind ein No-Go!

Das ist nicht meine persönliche Meinung aber in seriösen Unternehmen der übliche Kleidungsstil. Ausnahmen stellen hier vielleicht die Werbe- und Kreativbranche dar oder Bereiche ohne jeglichen Kundenkontakt.

Ja, deine Kleidung ist fürs Büro unangemessen. So solltest Du nach Feierabend rumlaufen.

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14. Juni 2012 um 14:38

Danke
für eure Antworten. Da sind auch klare Worte dabei, ich werde darüber nachdenken!

Wer ein Foto mit dem Outfit sehen und kommentieren möchte, kann ich per PN schicken.

Ich komme aus Osteuropa und dort kleiden sich die Frauen einfach anders und achten im Allgemeinen mehr auf ihr Äußeres. Ich finde, dass hierzulande viele Frauen sich wie Männer kleiden. Das ist schade.

Dann werde ich wohl künftig andere Kleidung fürs Büro wählen müssen. Mal sehen, ob mein Kleiderschrank genug passende Sachen hergeben kann - ich besitze viele kurze Röcke, aber eher wenig, was Vinorossos Liste entspräche.

Eins sehe ich aber nicht ein bei der allergrößten Hitze werde ich ganz sicher keine blickdichte Strumpfhose und geschlossene Schuhe anziehen. Sind außerdem blickdichte Strumpfhosen nicht immer dunkel? Ich habe aber dünne Beine und dunkle Strumpfhosen stehen mir nicht gut, deshalb trage ich immer hautfarbene.

Eigentlich tragen die meisten in der Arbeit Jeans. Auch ich sehr häufig.
Zu meinem Arbeitsplatz: ich arbeite an einer Uni, wir haben aber keinen Kundenverkehr, keinen direkten Kontakt mit den Studenten und keine repräsentative Aufgaben. Im Prinzip sind wir nur ein kleines Team von vier Personen, die eng zusammen arbeiten. Ich bin leider keine Akademikerin und habe innerhalb der Arbeitsgruppe die niedrigste Ausbildung und dementsprechend den niedrigsten Rang. Bisher hat mich niemand im Büro respektlos behandelt und auch sonst habe ich bisher nicht beobachtet, dass mein Kleidungsstil mir irgendwelche Nachteile gebracht hat.

Warum meinen einige von euch, dass helllila auffällige Farbe und nur für ganz junge Mädels passend sei? Es ist ein zarter Flieder-Ton, eigentlich überhaupt nichts Knalliges.

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4. Juli 2012 um 15:57

Ganz ehrlich: Das ist aber ein etwas merkwürdiger Kollege!
Gerade in einer Uni-Mensa gibt es im Sommer Mini-Röcke - ich will nicht gerade sagen: wie Sand am Meer - aber jedenfalls doch sehr häufig! Sorry, aber da soll sich irgendjemand umgedreht haben weil Du einen Mini an hattest??? Vielleicht liegts ja an der "Männerdomäne", in der Du arbeitest (Du bist bei den Physikern/ Elektrotechnikern/Produktionstechnikern/Chemikern/Mathematikern oder sonstigen Zahlenfreaks, wo es bis heute immer noch kaum Physikerinnen etc. gibt und der weibliche Teil der Fakultät größtenteils noch immer aufs Sekretariat reduziert ist - stimmts oder habe ich recht...???).

Zum "Büro-Knigge": Für Banken u. dgl. ist das sicherlich zutreffend, was Du, "Vinorosso", hier geschrieben hast, auch für bestimmte Jobs wie etwa die Vorzimmerdamen unserer Bundestagsabgeordneten - aber an einer Uni mit Sicherheit nicht (es sei vielleicht denn, Du wärst die Chefsekretärin des Dekans oder Rektors - aber auch da nicht zwingend). Und auch in vergleichbaren Forschungsinstituten (ich bin beruflich auch in einem tätig) interessiert das normalerweise keinen, wenn Du Dir mal etwas mehr Beinfreiheit gönnst. Ach ja, und auch den "linken Spießer" gibt es da heute zunehmend seltener.

Also, dieses Erlebnis hat eher weniger mit Dir zu tun - wohl eher etwas mit diesem Kollegen und Deiner konkreten "Büro-Umwelt".

LG
Nicci

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11. Juli 2012 um 11:00

Dieser Kollege ist
eigentlich ein sehr netter und hilfsbereiter junger Mann, mit sehr guten Umgangsformen. Deshalb hat es mich überrascht, dass gerade er diese Bemerkung gemacht hat. Ich mag ihn sehr, aber bei dem Altersunterschied brauche ich mir keine Illusionen zu machen er will ganz sicher nichts von mir.

Mit deiner Vermutung, Nicci, was das für Fakultät sein könnte, liegst du ziemlich richtig. Unsere Uni bemüht sich aber den Frauenanteil zu erhöhen und in den letzten Jahren haben wir auch einige junge weibliche wissenschaftliche Mitarbeiterinnen bekommen, aber deren Kleidung unterscheidet sich nicht von der der männlichen Kollegen - sie tragen Jeans, einfache T-Shirts und Turnschuhe oder andere Schuhe, die bequem sind, aber nicht elegant.

"Die Kunst des richtigen Grads ist gefragt."

Das hast du gut gesagt, Blauberg. Und da tue ich es mir offensichtlich schwer. Ich habe das lila Outfit einer Freundin gezeigt und sie nach ihrer Meinung gefragt. Sie hat es nicht so schlimm gefunden, das im Büro zu tragen und hat gefragt, was ich an dem Tag, an dem wir gesprochen haben, in der Arbeit getragen habe und ich habe geantwortet: dieses Sommerkleid, was ich immer noch anhabe. Da hat sie gestaunt und gemeint, dass besagtes Kleid fürs Büro unmöglich sei. Das lila Outfit ginge ihrer Meinung nach gerade noch, aber dieses Kleid, völlig unpassend, das sei etwas nur zum Weggehen.

Da war ich erst recht verunsichert. Ich habe dieses Kleid nämlich schon oft im Büro getragen, am selben Tag hatte mir sogar eine der Professoren-Sekretärinnen, eine ältere Dame, Kompliment fürs Kleid gemacht, sie fand es sehr hübsch. Es ist ein weißes Kleid mit Blumen, kein tiefer Ausschnitt, es ist nicht schulterfrei, ist nicht zu kurz, ist nicht eng. Aber es ist leicht durchsichtig. Ich trage dennoch darunter immer hautfarbene Wäsche, so das sich nichts darunter abzeichnet.

In den folgenden Wochen habe ich mich ziemlich verrückt gemacht, Kleidungsstücke, mit denen ich früher, ohne mit der Wimper zu zucken, ins Büro gegangen bin, habe ich nun verworfen, nicht mehr gewusst, was ich anziehen soll. Dann habe ich an einem heißen Tag gesehen, dass unsere Buchhalterin eine Tunika mit Spaghetti-Trägern anhatte und die Sekretärin des leitenden Professors einen Rock, der kürzer war als mein lila Rock und mein geblümtes Kleid. Beide Damen sind Ü40. Dann habe ich entschieden, mich wegen der Bürokleidung nicht mehr so verrückt zu machen und mir selbst treu zu bleiben.

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15. Juli 2012 um 19:13

.
Hey,
ich habe zwar keine erfahrungen mit arbeits-outfits weil ich noch nie gearbeitet habe (bin 19^^) aber ich finde die diskussion ganz interessant.
so wie du es schilderst, ist bei dir auf der arbeit der umgang mit kleidung ziemlich locker. einserseits würde ich sagen, du hast die figur dazu also trag was du willst. andererseits wirkt so ein kurzer rock in kombi mit einer glänzenden strumpfhose ziemlich aufreizend, besonders wenn dieser noch farbig ist. dieses kleid, welches du angesprochen hast, würde ich nicht mehr anziehen, wenns wirklich ein wenig durchsichtig ist. ich an deiner stelle würde meinen kleidungsstil nicht großartig verändern, nur ein paar "regeln" beachten. 1. nichts durchsichtiges, 2. kein tiefer ausschnitt, 3. wenn du schon so kurze röcke trägst, dann lieber eine matte strumpfhose dazu anziehen.
was ich generell immer beachten würde ist, dass ich mich nicht von oben bis unten in einer farbe anziehe. aber das ist denk ich geschmackssache
das sich alle nach dir umgedreht haben kann positiv als auch negativ sein. lass dich davon nicht beeinflussen. ich finde den kommentar von deinem kollegen ehrlich gesagt ein wenig beleidigend. ich würde mich ziemlich angegriffen fühlen. wenn er denkt, dass du zu freizügig angezogen bist, sollte er dir das einfach direkt sagen. oder sprich du ihn doch einfach nochmal an & frag ob er der meinung ist, dass deine outfits unpassend sind. vielleicht hast du ihn auch nur missverstanden. klingt auch wirklich ein wenig wie eine schlechte anmache

LG, sugaaar

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16. Juli 2012 um 2:26


ich hatte noch nie ein arbeitsverhältnis weil ich mein abitur gemacht habe und jetzt anfange zu studieren.

wieso kann man so nicht mit kollegen umgehen? wenn jemand so einen kommentar bringt, darf man ihn doch wohl darauf ansprechen, wie er diesen gemeint hat. und wie prettybruenette die situation geschildert hat, hatte der kommentar von dem arbeitskollegen eindeutig einen negativen beigeschmack. ich finde sowas unhöflicher, als jemanden mal vorsichtig auf ein unpassendes outfit anzusprechen.
abgesehen davon finde ich es ganz amüsant, dass du mir sagen willst, wie ich mit arbeitskollegen umgehen soll, aber selbst sofort beleidigend wirst ("gar (aus Dummheit etc) verloren hast").

mit dem zweiten absatz hast du natürlich recht aber die arbeitsatmosphäre scheint ja ziemlich locker dort zu sein & wenn es keine vorschriften gibt und sich niemand beschwert, was solls?! die studenten sind wahrscheinlich die letzten, die sich beschweren. also warum nach problemen suchen, wenn es keine gibt?

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16. Juli 2012 um 13:33

..
mir ist klar, dass ich nicht das nötige wissen habe, um die arbeitssituation zu beurteilen. ich habe mich nur auf das bezogen, was prettybruenette geschildert hat.

ich hab den kommentar auf mich bezogen, weil du mich direkt angesprochen hast. natürlich fühle ich mich dann angesprochen^^ aber wenn du es nicht so gemeint hast, ist ja alles in ordnung.

LG

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16. Juli 2012 um 23:50

Auch Sugaaars Antwort
finde ich hilfreich. Dafür, dass sie noch keine Erfahrung in der Arbeitwelt hat, hat sie doch sinnvolle und reife Bemerkungen gemacht. Deshalb sehe ich keinen Grund, sie zurechtzuweisen. Man sieht doch - obwohl ich doppelt zu alt als sie bin, habe ich auch von einigen Dingen keine Ahnung.

Und wie gesagt, dieser Kollege ist sehr nett! Das stimmt, ich hätte ihn gleich fragen sollen, aus welchem Grund er mir das sagt und ob er der Meinung ist, dass ich etwas an meiner Kleidung verändern soll. Aber das hätte ich nämlich direkt in der Situation fragen sollen. Ich war aber leider zu perplex, um adäquat zu reagieren. Und jetzt, eineinhalb Monate später rolle ich nicht den Fall noch mal auf. Damit würde ich mich bei ihm nur lächerlich machen. Ich mag ihn, er ist auch sehr freundlich zu mir, das Thema Kleidung kam seitdem nicht mehr auf, ich fände es unpassend, mich plötzlich auf jenen Vorfall zu beziehen, den der Junge womöglich inzwischen schon vergessen hat.

Und nein, meine Aufgaben haben mit den Studenten an unserer Uni gar nichts zu tun, ich habe keinerlei Kontakt zu ihnen. Deshalb habe ich keine Gelegenheit, ihnen ein modisches Beispiel zu sein, weder gutes, noch schlechtes.

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